Einführung
Der Anfang der Geschichte
Die Fronten werden abgesteckt
Zerstörung und Wiederaufbau
Die Festung
Die lange Streit und Paul Pfinzing
Die Ausklang
Die Grablege der Gegner
Plan der Burg um 1551
Die Pfinzingkarte
Der Plan der Zollerngruft
Literatur
Wanderbeschreibung
Wanderkarte
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Der Anfang der Geschichte ...

Siegel des Gumbertusstifts
   Siegel des
   Gumbertusstifts
   [Bayer 1948]

Zwischen 724 und 748 gründete der fränkische Adlige Gumbertus in den Wäldern an der Rezat ein Kloster, in das er später selbst eintrat und wo er als Abt starb. Dieses Kloster wurde die Keimzelle der späteren Stadt Ansbach.
   Die Besiedlung des großen umliegenden Waldgebietes setzte erst spät ein, und möglicherweise wurden als frühe Siedler auch Sachsen herangezogen, die Karl der Große dorthin deportiert hatte - der Name des Ortes, in dem wir unsere Wanderung beginnen, deutet darauf hin: Sachsen bei Ansbach. Die Pfarrkirche dieser einstmals gewaltigen Pfarrei [Rusam 1939] geht im Kern bis ins 13. Jh. zurück, auch wenn dies durch den Umbau Anfang des 19. Jh. heute nicht mehr zu erkennen ist.
   Die nächsten Kolonisten waren Slawen vom Obermain [Sage 1986], wo König Konrad I. 911 dem Kloster St. Gumbertus Besitzungen geschenkt hatte [Bayer 1948, Scherzer 1988]. Heute noch erinnern daran die zahlreichen Ortsnamen auf "-winden": Meinhardswinden, Ratzenwinden ...
   Inzwischen war der Bischof von Würzburg Herr des in ein Chorherrenstift umgewandelten Klosters, und als geistlicher Landesherr brauchte er einen Vogt für die Verwaltung und vor allem für die Ausübung der Gerichtsbarkeit. Die Vogtei hatten im 13. Jh. die Herren von Schalkhausen-Dornberg inne, und ihnen gelang es, die Vogtei - die Verwaltung im Auftrag des Bischofs - in eine Lehensherrschaft umzuwandeln - einen erblichen Besitz, der nur noch der Bestätigung des Bischofs bedurfte -, in dieser Zeit ein häufiger Vorgang.

Pfarrkirche von Sachsen
   Pfarrkirche von Sachsen

Wappen der Herren von Dornberg
   Wappen der Herren von
   Dornberg- Schalkhausen
   [Bayer 1948]
   Als Wolfram von Dornberg 1288 als letzter im Mannesstamm seines Geschlechts starb, erbten die Schwiegersöhne: Zwei Grafen von Öttingen erhielten Ort und Burg Ansbach und Umgebung, der dritte, Gottfried von Heideck, Lichtenau und Sachsen.


Den Erben geht das Geld aus ...

Wappen der Burggrafen von Nürnberg
   Wappen der Burggrafen
   von Nürnberg
   [Bayer 1948]

   Die Öttinger waren freigebig in ihren Stiftungen an die Kirche, Graf Ludwig begleitete Kaiser Heinrich VII. auf seinem Romzug, wurde gefangen genommen und mußte sich freikaufen, in der Schlacht von Mühldorf stand sein Bruder Ludwig auf der - falschen - Seite Friedrichs des Schönen von Habsburg.
   So mußte Ludwig 1331 Ansbach an Burggraf Friedrich IV. von Nürnberg aus dem Geschlecht der Hohenzollern verkaufen [Schwemmer 1980].  
   Die Heidecker hatten vorher schon kein gutes Verhältnis zu den Schwägern aus Öttingen und sahen sich nun durch die Hohenzollern in ihrem Besitzstand noch mehr bedrängt, hatten wohl auch Grund, über burggräfliche Übergriffe zu klagen. So suchten sie Anschluß an eine stärkere Macht und glaubten, sie in der Reichsstadt Nürnberg zu finden. Friedrich II. von Heideck erwarb 1386 das Nürnberger Bürgerrecht und sicherte der Stadt Nürnberg das Öffnungsrecht seiner Burg Lichtenau zu. Doch auch er geriet in finanzielle Schwierigkeiten und verkaufte deshalb Lichtenau 1406 an den Rat der Stadt Nürnberg [Schwemmer 1980].

Wappen der Herren von Heideck
   Wappen der Herren von
   Heideck aus der
   Werkstatt    von    Peter
   Vischer [Heideck 1978]

   Nun war dieser zum ersten Mal im Besitz eines Territoriums, in dem ihm auch die hohe Gerichtsbarkeit über Blut und Leben und seiner Überzeugung nach somit die Landeshoheit zustand. Offenbar war der Rat sich aber nicht im klaren, wie er damit umgehen sollte und kam zu der Überzeugung, es sei besser, jemanden zur Tarnung vorzuschieben, um Mißhelligkeiten mit dem Burggrafen zu vermeiden. So wurde ein Teil des Gebiets an das "Reiche Almosen", eine Stiftung des Nürnberger Bürgers Burkhard Seiler, verkauft, Markt, Burg und Gericht Lichtenau aber an den Ratsherrn Heinrich Rummel.
   Die Familie Rummel war durch Fernhandel zu großem Reichtum gelangt, sie saßen im Rat der Stadt und wandten große private Mittel für den Ausbau Lichtenaus auf. Sie erreichten, daß ihnen 1410 von König Ruprecht und 1418 von König Sigismund die Belehnung mit dem Blutbann bestätigt wurde, den vorher schon die Heidecker besaßen, und sie erhielten das Recht zur Abhaltung von Jahrmärkten.
           
 
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