Pappenheim und der Weinberg bei Treuchtlingen

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Die Frühgeschichte
Treuchtlingen
Der Weinberg bei Treuchtlingen
Exkurs in Geologie
Der Aufstieg zur Alb
Die Stadt Pappenheim
Die Burg Pappenheim
Die Galluskirche
Die Reichserbmarschälle
Die Alte Bürg
Literatur
Wanderbeschreibung
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Treuchtlingen - Stadt und Burg

Unteres Schloß in TreuchtlingenAuch wenn archäologische Belege dafür fehlen, so wird Treuchtlingen doch als alemannischer Gutshof entstanden sein. Eigler [in: Treuchtlingen 1984] machte durch eine gründliche Analyse der späteren Besitzverhältnisse als Standort dieser 'curtis' den Bereich des Unteren Schlosses wahrscheinlich.

Historische Topographie TreuchtlingenDazu gesellten sich im Laufe der Zeit drei weitere Höfe. Mit dem Sieg der Franken über die Alemannen 496 gelangte auch Treuchtlingen in den fränkischen Einflußbereich. Aus den vier Gehöften wurde ein Dorf mit sozialer Schichtung. Unser Herr Ederamm war wahrscheinlich der Inhaber des Herrenhofes, der von einem Meier verwaltet wurde, dessen Hof neben dem heutigen Rathaus lag.

Historische Topographie von
Treuchtlingen [Böhner in: Führer 1987]

Auch die anderen freien Hofbauern stiegen zu einer hervorgehobenen Schicht auf, daneben werden in der Geschichte aber auch Unfreie ohne eigenen Hausstand erwähnt.

Plan der Grabung im Unteren Schloß1095 wird eine Gerhild de Truthilingun und 1175 eine Nonne Hedewic de Truhtlingen genannt. Nun hatte sich also ein Ortsadel herausgebildet. Dieser besaß im Ort einen steinernen Wohnturm, ein 'Festes Haus', wie wir es in Abenberg kennengelernt haben.

Foto der Grabung im Unteren SchloßDie 2 m starken Fundamente dieses 13 m x mindestens 9 m großen Baus aus dem 10./11. Jh. traten bei einer Grabung 1984 im Wasserschloß zutage [Zeune 1984, Zeune 1992].

Foto der Grabung [Zeune 1992] mit
den Fundamenten des Turmhauses

Plan der Oberen VesteAb 1229 treten Treuchtlinger Adlige in Urkunden als staufische Ministeriale auf. 1340 kaufen sie die Obere Burg, die sie bisher offensichtlich als Lehen innehatten, den Marschällen von Pappenheim als freies Eigen ab [Eigler in: Treuchtlingen 1984]. Diese Burg stand damals schon: Ihr Bau wurde den Ausgrabungen zufolge in der ersten Hälfte des 12. Jh begonnen, die heute noch stehenden Teile entstammen größtenteils dem 14. Jh. [Steeger 1998].

 

Topfhelm des 14. Jh. von der Oberen VesteAus Zerstörungsschichten dieser Zeit stammt ein Topfhelm des 14. Jh. [Steeger 1995].

Diese Herren von Treuchtlingen sterben 1422 aus und durch Verkäufe gelangt Treuchtlingen an die Marschälle von Pappenheim, die hier ab 1447 die Linie Pappenheim-Treuchtlingen begründen.

Topfhelm von der Oberen Veste
[Treuchtlingen 1984]

Unter Marschall Veit wurde die Reformation in Treuchtlingen eingeführt, er ließ 1596 ein für die Besitzgeschichte des Ortes wichtiges Salbuch anlegen und erbaute ab 1575 das Untere Schloß (das 'Wasserschloß') neu im Renaissancestil. Leider hat ihm die Geschichte übel mitgespielt, durch viele Umbauten und teilweisen Abriß ist von seinem ursprünglichen Zustand nicht mehr viel zu erkennen (Abb.).

 
Die Stadt Treuchtlingen ist im Internet unter http://www.treuchtlingen.de zu erreichen, Informationen erhalten Sie im Informationszentrum, Heinrich-Aurnhammer-Str. 3, 91757 Treuchtlingen, Tel. (0 91 42) 31 21, Fax (0 91 42) 31 20, e-Mail Touristinfo.Treuchtlingen@t-online.de.
Die Ruine der Oberen Burg ist zugänglich, der Burgturm von Mai bis Oktober jeden zweiten Sonntag im Monat geöffnet (sonst Turmschlüssel beim Verkehrsamt im Stadtschloß). Im Stadtschloß auch Dauerausstellungen zu Geschichte und Natur.
Volkskundemuseum gegenüber dem Schloß u.a. mit vorgeschichtlichen Ausstellungsstücken aus der Umgebung und Funden aus den beiden Burganlagen, Führungen von Mai bis Oktober Di, Do, Sa, So, feiertags 15.00 Uhr, sonst nach Vereinbarung beim Informationszentrum.
 
 
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