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Gräfin Stilla, eine Schwester des Heilsbronner Stifters Adalbert, ließ 1132 südlich der Burg auf einer Anhöhe ein kleines Gotteshaus erbauen, in dem sie nach ihrem Tod etwa 1150 auch ihre letzte Ruhestätte fand. Ihre Verehrung begann schon bald nach ihrem Tod. Die Chronik berichtet, daß sie Bedürftige "speiste, tränkte, pflegte und wartete wie immer eine Mutter ihre Kinder". Die kirchliche Anerkennung der Stillaverehrung erfolgte durch Papst Pius XI. am 12.1.1927 [Kornbacher 1991].
   Über die ursprüngliche Gestalt und Größe der Stillakirche können wir uns heute kein klares Bild mehr machen; der auf dem nebenstehenden Bild dargestellte Stillagrabstein, das älteste noch vorhandene Zeugnis, zeigt die Kirche mit spitzem Turmhelm in der Hand der Stifterin.

Grabstein der Sel. Stilla
   Untrennbar verknüpft ist die Geschichte der dem hl. Petrus geweihten Kirche mit dem Kloster Marienburg, das gut 300 Jahre nach Stillas Tod gegründet wurde. 1488 zogen fünf Augustinerchorfrauen in den Konvent ein. Die Wallfahrt zum Stillaheiligtum nahm nun noch weiter zu und besteht bis heute fort. Abb. 11: Grabstein der Sel. Stilla um 1220 [Kornbacher 1991]
   Durch Bauernkrieg (1525), schmalkaldische Unruhen (1546 bis 1555) und Markgrafenkriege (1562) hatten das Abenberger Land und das Kloster schwer zu leiden, von 1562 an war es fast 26 Jahre verlassen. Erst 1587/88 wurden Kirche und Kloster erneuert. 1624 bis 1627, also während des Dreißigjährigen Krieges, wurde die Kirche erneut erweitert. Durch ein Versehen brannten 1675 Kirche sowie ein großer Teil des Klosters ab. Fürstbischof Marquard II. ließ 1677-1684 durch seinen Hofbaumeister Jakob Engel Kirche und Kloster wieder aufbauen [Dehio 1979].
Klosterkirche Abenberg
   Die Säkularisation versetzte dem Kloster 1803 den Todesstoß. Der stattliche Bau wurde vom bayerischen Staat an zwei Schwabacher Spekulanten verkauft, die Grundstücke und der Klosterwald verschleudert, die letzten Klosterfrauen 1816 vertrieben. Zweimal wechselte das Kloster wegen Konkurses der Käufer den Besitzer, ehe es der Stadt 1826 gelang, wenigstens die Kirche zu erwerben. Die Zerstörung des Klosterbau selbst begann 1830, nachdem "Investoren" das Klostergebäude um 1200 Gulden ersteigert hatten. Sie machten ihren Gewinn aus dem Abbruch der größten Teile des Klosters. Ein großer Teil des Inventars wurde verschleudert. 1861 kaufte die Stadt den Nordflügel um 2600 Gulden zurück, um dort ein Armenhaus und ein Spital einzurichten.
   1921 erwarb die franziskanische Kongregation der Schwestern von der Schmerzhaften Mutter den Rest des ehemaligen Klosters. Marienburg wurde deutsches Mutterhaus der Schwesterngemeinschaft, die ihre Tätigkeit vielen Ländern der Welt im karitativen und schulischen Bereich ausübt. Angeschlossen sind ein Krankenhaus, ein Altenheim und Altenwohnheim sowie eine Mädchenrealschule mit Internat.
Abb. 12: Klosterkirche St. Petrus [Kornbacher 1991]
 
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