| |
|
|
|
Eine
erste, wohl gegen 1050 entstandene Burganlage aus Holz und Erde
ließ sich in der Ausgrabung nur noch in Spuren nachweisen.
Der archäologische Befund der nachfolgenden, massiv
erbauten Burganlage erlaubt sogar eine Rekonstruktion: eine ausgedehnte
Vorburg war durch einen schmalen Graben von der Kernburg getrennt.
Diese war etwa 40 x 40 m groß und von einem ca. 5 m breiten
und 2 m tiefen Graben umzogen. Etwa
3 m dahinter erhob sich ohne Türme eine Mauer von 1,8 bis 2 m
Stärke mit zwei Schalen.
Im gepflasterten Burghof erhob sich freistehend
ein beinahe quadratisches Turmhaus von 15,6 x 14,6 m Größe;
wegen seiner Mauerstärke kann es mit mehreren Geschossen rekonstruiert
werden. Die herrschaftlichen Räume mit Repräsentationssaal und Privatsaal
waren wohl im ersten oder zweiten Stock, die Wohn- und Schlafgemächer
in den Stockwerken darüber untergebracht.
|
 |
|
Zahlreiche stratifizierte archäologische Funde lassen
den Bau in die erste Hälfte des 12. Jhdts. datieren. Damit darf Rapoto
I. als Erbauer der Steinburg gelten. |
Abb.
6: Rekonstruktion von Burg Abenberg um 1140
[Zeune 1997b] |
| Derart
große quadratische Turmhäuser mit Seitenlängen von über zehn Meter
stellten im 11. und 12. Jhdt einen sehr populären Bautyp dar, wobei
die Größe die gesellschaftliche und politische Bedeutung des Bauherren
wiederspiegelt. Dieser mächtigen Wohnturm mag vielen Bauten in Mittelfranken
als Vorbild gedient haben, so z.B. auf der Oberen und der Unteren
Burg in Treuchtlingen. |
| Ein
burgenkundliches Kleinod [Zeune
1999] ist der sogenannte "Turnierplatz", eine ebene
Rasenfläche direkt unterhalb des staufischen Palas. Wahrscheinlich
bestand diese Turnierwiese schon im 12. Jhdt. Wir haben oben schon
von Wolfram von Eschenbachs Klage gehört, daß auf dem "anger
ze Abenberc" keine Turniere mehr stattfinden. Da die Hohenzollern
beim Neubau die Fenster ihres Palas zur Turnierwiese hin orientierten,
hatten sie dort wohl weitere Turniere vorgesehen. Alle auf anderen
Burgen erhaltenen Turnierwiesen wurden erst in der frühen Neuzeit
oder im ausgehenden Mittelalter angelegt. |
 |
| Abb.
7: Rekonstruktion von Burg Abenberg um 1190; der Turnierplatz
ist noch in Betrieb [Zeune 1999]
|